Mopped-Liebe | Hitting the Apex

"A fast rider can learn to stop crashing. But a slow rider can not learn to go fast."

Valentino Rossi. Jorge Lorenzo. Marco Simoncelli. Casey Stoner. Dani Pedrosa. Marc Marquez.
In den letzten zehn Jahren sind das wohl die sechs größten Namen in der MotoGP, der Königsklasse des Motorradsports, auch wenn inzwischen zwei von ihnen inzwischen nicht mehr dabei sind.
Die "Silly Season" ist gerade in vollem Gange, jeder munkelt wer wohl bei seinem jetzigen Rennstall bleibt und wer das Mopped wechselt. Das nächste Rennen ist allerdings erst am Sonntag und deshalb habe ich mir zur Überbrückung den Film geholt.



Mark Neale, der bereits mit Faster, Faster & Faster sowie Fastest und The Doctor, the Tornado and the Kentucky Kid Dokumentationen über die MotoGP produzierte, weiß also womit er sich beschäftigt. Erzählt wird die 133 Minuten lange Dokumentation von Brad Pitt - für den ich zwar nicht besonders viel übrig habe, der aber tatsächlich selbst großer MotoGP Fan ist und den man auch beim ein oder anderen Rennen schon mal in der Boxengasse oder auf dem Starting Grid erspähen kann. Dementsprechend ist das ganze auf Englisch, Untertitel sind jedoch in 25 Sprachen verfügbar.

Neben Originalaufnahmen aus den Rennen der vergangenen Jahre gibt es auch exklusive Interviews mit den Fahrern und ihren Familienangehörigen. Hierbei werden Triumphe und Tragödien gleichermaßen beleuchtet;
Vale, der selbst mit inzwischen 37 Jahren noch für den 10ten WM-Titel kämpft, nachdem ihm die Jahre bei Ducati fast den Mut geraubt hatten.
Dani, den in jedem vielversprechenden Jahr Verletzungen das Glück und die Krone kosteten.
Casey, der sich abgesehen von seinem Fahrstil, unspektakulär hochgearbeitete bis er 2007 mit der italienischen Diva Weltmeister wurde - nur um dann zu Honda zu wechseln und letztenendes mit gerade Mal 27 den Helm an den Nagel zu hängen.
Jorge, der zwar von vielen als unsymphatisch empfunden wird, aber durch Sturheit und Perfektionismus dort ankam, wo er jetzt ist.
Marc, der Senkrechtstarter, von dem niemand erwartet hätte, dass er in seiner ersten Saison Weltmeister werden würde.
Und natürlich Marcos tragischer Unfall, der immer daran erinnert, dass Rennfahrer wirklich die letzten Gladiatoren sind.

Auch andere Fahrer wie Nicky Hayden und Colin Edwards kommen kurz zu Wort, zudem Livio Suppo, Shuhei Nakamoto und Fausto Gresini von Honda.
Der Film gibt Einblick in die Psyche der Fahrer, die Emotionen und den Lernprozess, die dahinterstehen, aber auch ein wenig über die Technik, die verschiedenen Fahrstile und Safety Rules.
Obwohl es hier um den schnellsten Rennsport der Welt geht, sind die Bilder sehr ruhig, im Fokus stehen definitiv nicht die Stürze. Als Zusatz gibt es neben Slow-Motion-Aufnahmen noch einen Beitrag über die Marco-Simoncelli-Stiftung. Hier muss ich auch sagen, dass die Interviews mit Paolo Simoncelli, Marcos Vater, mich ehrlich gesagt am meisten berührt und tief beeindruckt haben; der Mann hat seinen Sohn an den Sport verloren, aber nicht sein Lächeln. Er hat nie aufgegeben oder dem Sport den Rücken zugekehrt, was wohl die meisten Eltern getan hätten, weil er der festen Überzeugung ist, dass das nicht in Marcos Sinne gewesen wäre.

Selbst wenn man die MotoGP verfolgt, wird man hier nicht enttäuscht. Für alle anderen ist es ein Film wie Rush - Alles für den Sieg; man muss den Sport nicht lieben, aber kann das Gefühl spüren und es ist faszinierend.


Liebe Grüße!!

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