Rattennasen-FAQ | Die alten Männer & Team Tiny

Heyho liebe Leser,


*Nicky und Alice* wohnen nun schon eine ganze Weile hier. In der Zwischenzeit sind sie nicht nur zu zwei wahnsinnig tollen Schmuseratten herangewachsen, sondern natürlich auch mit Jeremy & James zusammengezogen - was im Endeffekt nicht so einfach war, wie ich gehofft hatte.

Nachdem die Kleinen Ende August eingezogen sind, hatten sie erstmal einen Monat Schonzeit; sie waren damals einfach noch zu winzig um sich gegen die beiden Dicken wehren zu können. Als sie dann einigermaßen in derselben Gewichtsklasse spielten, haben wir die ersten Schritte zur Zusammenführung begonnen.



Aller Anfang ist... einfach?


Vier Tage lang wurde ein Haufen Streu zwischen den Käfigen getauscht - die Minimuffins fanden das  zunächst sehr interessant, Jeremy & James hat es kaum gekümmert. Als bei den zwei Kleinen das Interesse auch abflaute, war es Zeit für den nächsten Schritt.
Bewaffnet mit einer Tüte Leckerchen wurden die Vier in ihre jeweiligen Transportboxen und dann ins Badezimmer verfrachtet. Die leere Badewanne wurde als Schauplatz für das erste Treffen auserkoren; in der Regel riecht sie nach keiner der beiden Gruppen, man kann sie leicht säubern und ein schnelles Eingreifen bei Streitigkeiten ist möglich.

Jeremy als Leithammel und weniger zappelige musste den ersten Schritt machen - Minis in die Badewanne, Jeremy hinterher und es passierte... nichts. Kein Quieken, kein Schubsen. Zweimal geschnüffelt, dann ist Jeremy mit Nicky & Alice im Schlepptau durch die Wanne gewackelt. James dazugesetzt, das selbe Spiel. Ich war baff! Alle vier bekamen noch ein Leckerchen in die Pfoten gedrückt und meine alten Männer haben in stoischer Ruhe gefuttert, während die zwei Kleinen über ihren Rücken geturnt sind.
Innerhalb von einigen Tagen haben wir uns vom ursprünglichen zehn Minuten Treffen in der Wanne auf drei Stunden im ganzen Bad gesteigert, sodass ich mich sicher genug fühlte, alle vier in eine Box zu setzen und die Grundreinigung des Käfigs in Angriff zu nehmen. Meine Mansa wurde als Babysitter abgestellt ("Schrei einfach, wenn sie was blödes machen") und los ging die Putzerei.
Im Gegensatz zu sonst habe ich dabei einen haustiersicheren Reinigungsschaum benutzt, der leicht nach Zitrone riecht. Zwar wurden alle Einrichtungsteile aus Plastik mit Essigwasser abgeschrubbt, aber ich wollte extra sicher sein, dass kein Geruch zurückbleibt. Die alten, inzwischen auch recht angefressenen, Hängematten gingen in die Tonne und wurden durch neue ersetzt.


Wie gewonnen so zeronnen? 


Den ersten Tag über wirkte alles gut, alle haben zusammen gefuttert und gepennt. Bis sich Jeremy abends zu den zwei Kleinen in ein Häuschen gequetscht hat und ohne erkennbaren Grund nach Nicky geschnappt hat. Nicky hat dabei einen fiesen Biss direkt unter dem Ohr abbekommen und ich bin natürlich sofort zurückgerudert und habe die Vier wieder getrennt. Genau deswegen sollte man unbedingt dabei bleiben.

Die Trennung sollte dann erstmal eine Woche dauern, damit sich die Nicky & Alice sich wieder beruhigen und Nickys Öhrchen heilen konnte. Dem Öhrchen ging es nach einer Woche wieder besser, leider wurde ich dann von einer Bronchitis ausgeknockt und alles verzögerte sich wieder.

Danach haben wir es nochmal von Anfang an versucht und es lief es eher so ab, wie man es erwarten würde. Geschnüffel, dann Geschubse und auch ein bisschen Jagen samt Gequieke und ausgerupftem Fell, aber immerhin keine schwereren Verletzungen. Diesmal hat es deutlich länger gedauert, bis alle Vier ruhig und gesittet miteinander umgingen; gut vier Wochen und unzählige Stunden im Badezimmer haben wir gebraucht, bis die beiden Kleinen nicht mehr komplett von den Großen eingeschüchtert waren. Besonders Nicky ist mir (verständlicherweise) anfangs fast auf den Kopf gekrabbelt, wenn Jeremy ihm zu nahe kam.

Nächster Versuch in den gemeinsamen Käfig zu gehen - wieder alles geschrubbt, Hängematten in die Waschmaschine (Essig ins Weichspülerfach!) und noch eine Nachtschicht zum Überwachen. Im zweiten Anlauf hat dann alles geklappt, obwohl es auch gut eine Woche lang noch vereinzelt zu Schubsereien kam. Interessanterweise war diesmal James der Miesmacher.


Was habe ich aus der Intro gelernt?


Im Laufe der Intro sind mir ein Paar Dinge aufgefallen, die ich zunächst gar nicht bedacht hatte, beim nächsten Mal aber auf jeden Fall anders machen würde.

Zunächst würde ich einen kleineren, flacheren Käfig nehmen um die ersten Tage des Zusammenlebens einfacher zu gestalten, statt direkt wieder den Hauptkäfig zu nutzen. Das war der größte Punkt den ich nicht beachtet hatte: Jeremy und James sind alt. Sie werden bald Drei und das merkt man ihnen auch an. Sie sind langsamer und besonders Jeremy verliert inzwischen die Kraft und das Gefühl in den Hinterbeinchen, was bei Böcken häufig vorkommt. Am Gitter klettern können sie z.B. kaum noch - sieht dann eher aus als würden sie Klimmzüge ziehen - und auch zu steile Rampen/Leitern machen Probleme.
Währenddessen hangeln Alice und Nicky kopfüber an der Decke des Käfigs ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.
Dieser Mobilitätsunterschied ist auch der Grund dafür, warum es so lange nach dem Zusammensetzen im Käfig noch zu Balgerei kam. Natürlich wurde auch im Käfig versucht zu zeigen, dass die außerhalb errichtete Rangordnung weiterhin gilt, nur ist das schwierig, wenn eine Partei sich immer entziehen kann und die andere nicht hinterher kommt.

Außerdem würde ich nicht mehr direkt alle Einrichtungsgegenstände wieder in den Käfig geben. Zwar haben alle unsere Häuschen/Tunnel etc. mehrere Ausgänge, aber wenn der Käfig frisch gesäubert und umgestellt wurde, ist das natürlich viel interessanter als sich mit den neuen Käfigkollegen zu beschäftigen. In dem Fall sind etwas Langeweile und Beschäftigungsmöglichkeiten, bei denen Zusammenarbeit gefragt ist (z.B. Futter einfach verstreuen statt im Napf oder aus der zugestopften Klopapierrolle holen müssen) wohl besser als viel Abwechslung.

Aber wir haben es geschafft - sogar James, meine alte grumpy Nudel, toleriert es jetzt wenn Alice sich neben ihn kuschelt. Success!


Ich hoffe Ihr könnt aus meinen Fehlern lernen und es vielleicht besser machen, wenn bei Euch mal eine Vergesellschaftung ansteht!

Liebe Grüße!

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